Selbstverständnis
Der Rat für die Künste Berlin – Selbstverständnis und Erfolge
Der Rat für die Künste ist ein unabhängiges, gewähltes Gremium, das die Berliner Kultur vertritt. Er setzt sich aus 24 Personen zusammen, darunter sowohl Kulturschaffende bekannter Berliner Institutionen als auch freischaffende Künstler*innen Der Rat berät in aktuellen kulturellen Fragen, vermittelt zwischen Politik und kultureller Praxis und gibt Impulse für zukünftige Entwicklungen – im Interesse der Kultur sowie der in Berlin lebenden Menschen. Seine Selbstorganisation ermöglicht ihm, flexibel und vielseitig auf neue Herausforderungen zu reagieren.
Politiker*innen sowie Verantwortliche in der Verwaltung sehen ihn als wichtigen Gesprächspartner für die Belange der Kulturinstitutionen, Kulturschaffenden und der freien Kunstszene. Die Mitglieder des Rates gestalten täglich vor Ort die kulturelle Zukunft der Stadt. Kultur versteht der Rat nicht als bloßes schmückendes Beiwerk, sondern als wesentliche Bildungsinstanz für die Sozialisation der Gesellschaft.
Seit seiner Gründung 1994 hat der Rat für die Künste zahlreiche Initiativen angestoßen, die die Berliner Kulturlandschaft nachhaltig prägen:
Der Hauptstadtkulturfonds unterstützt seit 1999 innovative, überregionale und spartenübergreifende Kunst- und Kulturprojekte in Berlin. Er ermöglicht es freien Künstler*innen sowie Institutionen, experimentelle und interdisziplinäre Vorhaben zu realisieren, die die Vielfalt der Berliner Kulturlandschaft bereichern. Der Fonds trägt dazu bei, Berlin als internationale Kulturmetropole weiterzuentwickeln und fördert Projekte, die über die Stadt hinaus Strahlkraft besitzen.
• Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung
Mit dem Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung setzt sich der Rat für die Künste gezielt für die Verbindung von Kunst, Kultur und Bildung ein. Der Fonds unterstützt Projekte, die Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Zugang zu künstlerischen Ausdrucksformen ermöglichen – unabhängig von ihrer sozialen oder kulturellen Herkunft. Durch Kooperationen zwischen Künstler*innen, Kultureinrichtungen und Bildungsträgern werden kreative Räume geschaffen, die kulturelle Teilhabe und ästhetische Bildung fördern.
• City Tax
Die vom Rat für die Künste initiierte City Tax ist eine Kulturförderabgabe, die seit 2014 auf Übernachtungen in Berliner Hotels erhoben wird. Ein Teil dieser Einnahmen fließt direkt in die Kulturförderung der Stadt und kommt insbesondere freien Projekten sowie kulturellen Institutionen zugute. Die City Tax ist ein wichtiger Baustein zur nachhaltigen Finanzierung der Berliner Kunst- und Kulturszene und ermöglicht es, innovative Vorhaben sowie bestehende Strukturen langfristig zu sichern.
Das Projekt Berlin Mondiale, initiiert vom Rat für die Künste in Zusammenarbeit mit dem Kulturnetzwerk Neukölln e.V., setzt sich für kulturelle Teilhabe von geflüchteten Menschen ein. Durch Partnerschaften zwischen Kultureinrichtungen und Unterkünften für Geflüchtete entstehen Räume für künstlerischen Austausch und gemeinsames kreatives Schaffen. Berlin Mondiale ermöglicht es, kulturelle Vielfalt aktiv zu leben und neue Perspektiven in der Berliner Kulturlandschaft zu verankern.
Als Reaktion auf die Forderung nach mehr Diversität im Kulturbereich wurde Diversity Arts Culture ins Leben gerufen. Die Initiative bietet Beratung und Unterstützung für Kultureinrichtungen, um Barrieren abzubauen und Vielfalt in Kunst und Kultur zu fördern. Sie setzt sich für strukturelle Veränderungen ein, die den Zugang für unterrepräsentierte Gruppen erleichtern und eine gerechtere Verteilung von Ressourcen gewährleisten.
• Draussenstadt & Projektfonds Urbane Praxis
Mit dem Programm Draussenstadt und dem Projektfonds Urbane Praxis stärkt der Rat für die Künste Kunst und Kultur im öffentlichen Raum. Während der Corona-Pandemie ermöglichte Draussenstadt Kulturschaffenden, trotz pandemiebedingter Einschränkungen Open-Air-Veranstaltungen, Performances und künstlerische Interventionen durchzuführen. Mit dem Projektfonds Urbane Praxis wurde diese Idee verstetigt und weiterentwickelt. Der Fonds fördert künstlerische Projekte, die Stadtraum als gemeinschaftlichen Gestaltungsraum begreifen und Kultur für alle zugänglich machen. Beide Programme tragen dazu bei, neue Formen der kulturellen Teilhabe im urbanen Raum zu etablieren und die Stadt als kreativen Lebensraum weiterzuentwickeln.
In Zukunft:
In den kommenden Jahren setzt sich der Rat für die Künste weiterhin für die Förderung kultureller Vielfalt und Bildung ein, indem er sich für eine gerechtere Verteilung von Ressourcen und den Abbau struktureller Barrieren engagiert. Zudem wird er die Stärkung der Kunstszene vorantreiben, indem er faire Arbeitsbedingungen für Kulturschaffende einfordert und neue Förderinstrumente für freie Künstler*innen entwickelt. Ein zentrales Anliegen bleibt die nachhaltige Liegenschaftspolitik: Der Rat wird sich dafür einsetzen, dass Kulturräume langfristig gesichert und neue Orte für künstlerisches Arbeiten geschaffen werden.
Besonders kritisch sieht der Rat die seit Dezember 2024 beschlossenen Kürzungen im Berliner Kulturetat 2025 sowie die geplanten weiteren Einsparungen im Doppelhaushalt 2026/2027. Diese bedrohen nicht nur bestehende Kulturinstitutionen, sondern insbesondere die freie Szene, die maßgeblich zur kulturellen Vielfalt und Innovationskraft der Stadt beiträgt. Sie sind außerdem ein direkter Angriff auf unterrepräsentierte und marginalisierte gesellschaftliche Stimmen. Der Rat für die Künste wird sich entschieden gegen diese Sparmaßnahmen einsetzen, den politischen Dialog suchen und öffentlichkeitswirksam auf die Bedeutung einer starken, diversen und gut finanzierten Kulturlandschaft für Berlin hinweisen.
Darüber hinaus fordert der Rat eine transparente und bedarfsgerechte Verteilung der City Tax. Die Einnahmen aus dieser Abgabe müssen gezielt in innovative und gemeinwohlorientierte Kulturprojekte fließen, um drohende Finanzlücken in der Kulturförderung abzumildern. Der Rat wird sich dafür einsetzen, dass die Verteilung dieser Mittel offener und demokratischer gestaltet wird, sodass sie langfristig zur Sicherung der kulturellen Vielfalt Berlins beitragen.